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Unwetterkatastrophe 1971


Aus der Festschrift zum 100 jährigen Jubiläum
der Freiwilligen Feuerwehr St. Goarshausen-Löschzug Süd
(23.09.1972 - 25.09.1972)



Unwetterkatastrophe 22. und 23. Mai 1971

Beschreibung des Schadensfalls und der Hilfsmaßnahmen:

Schwere Gewitterregen und Wolkenbrüche, die im Taunus überraschend niedergingen, verwandelten den an sich ruhigen Forstbach zu einem reißenden Strom.

Durch das ständig steigende Wasser wurde eine Alarmierung der Feuerwehr um 21:50 Uhr unumgänglich.

Die Wehr wurde sofort in Gruppen aufgeteilt, um vorbeugende Maßnahmen einzuleiten.

Als gegen 23:40 Uhr eine Flutwelle sich schlagartig ins Forstbachtal ergoss, war es nur der Umsicht der Gruppenführer zu verdanken, dass Fahrzeuge und Mannschaften rechtzeitig in Sicherheit gebracht werden konnten. eine Naturkatastrophe von bisher nicht gekanntem Ausmaß war nicht mehr aufzuhalten.

Die Feuerwehr wurde nun zur Menschenrettung aus den einsturzgefährdeten Häusern eingesetzt. Aus einem Wohnaus konnten 12 Bewohner nur unter Lebensgefahr in Sicherheit gebracht werden.

Am nächsten Morgen wurde dann der ganze Umfang des Schadens sichtbar.

Die Feuerwehr begann sofort mit dem Absichern der Einbruchstellen und baute Notübergänge. In pausenlosem Einsatz wurden die Trinkwasserversorgung sichergestellt, Hausrat und Möbel in Sicherheit gebracht, Wasser und Schlamm aus Wohnungen und Gewerbebetrieben abgepumpt, gefährdete Häuser abgesprießt und immer noch vorhandene Sperren im Bachbett beseitigt.

Das Auspumpen von Kellern mit Schlammwasser und die Aufräumungsarbeiten von Straßen und Plätzen nahm mehrere Tage in Anspruch.

Der Einsatz der Feuerwehr begann am 22. Mai und endete am 28. Mai um 19:00 Uhr.

Obwohl ein großer Teil der Feuerwehrmänner selbst Anlieger im Katastrophengebiet waren, stellten sie sich in unermüdlichem Einsatz zur Verfügung.

Die Einsatzbereitschaft der Feuerwehrmänner muss als sehr gut bezeichnet werden.

Stefan Lauer, Wehrleiter


Unwetterkatastrophe 1971 in St. Goarshausen